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Cornelia Gerner in INGRID BAYER |
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EINSCHNITTE Das Objekt ist keine zehn Zentimeter hoch, gerade mal zweiundzwanzig Zentimeter lang und elf Zentimeter breit. Es steht auf dem Boden - reizt zum Hinschauen, zum Anfassen und zum Herumschieben. Und ganz besonders reizt es, weil es keine Berührung zuläßt: Schließlich steht es nicht zufällig da. Ingrid Bayer arbeitet seit Jahren mit Holz, vorzugsweise mit Kiefer und erzielt dabei die unter- schiedlichsten Ergebnisse. Manche Arbeiten springen akkurat in Würfeln und Quadern vor und zurück, nach oben und unten. Ihrer glatten, dunkelgrau gemalten Oberfläche stehen die in den Aussparungen belassenen holztypischen Strukturen entgegen. Andere scheinen sich aus aneinandergeklebten Holzplatten zu fügen. In Wirklichkeit aber bestehen diese aus Bohlen- oder Lattenteilen, die mit einem Zahnschnitt versehen sind und mit dem Beitel bearbeitet wurden, so daß Ecken, Zacken, abgeschlagene oder abgebrochene Teile die Oberfläche kennzeichnen. Schicht für Schicht reihen sich die Holzblätter aneinander. In Bezug zum Raum werden die schmalen Elemente hintereinander im Block oder der Länge nach aufgebaut. Außer Bewegung und Rhythmus spielt das Licht eine besondere Rolle: An manchen Stellen sind die Schichten so dünn, daß man im Gegenlicht fast durch sie durchsehen kann. Um die Transparenz zu erhalten, bleibt das Holz unbemalt. |
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Norbert Hümbs |
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diekleinegalerie Berlin |
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Ausstellung PAPIER; KARTON; HOLZ Zu sehen sind filigrane kleinformatige Holzarbeiten von Ingrid Bayer, als einzelnes oder zusammengesetztes Werk auf Sockeln oder an der Wand befestigt. Die ausgewählten Hölzer (Buche, Ahorn, Kiefer) zeigen unter- schiedliche Farbtöne. Eine Arbeit besteht aus sechs Elementen aus Kiefer, die - hältnis zueinander stehend - Miniatur- bringt. Einige der Exponate sind aus einem einzigen Holzstück herausgearbeitet. Andere Arbeiten sind aus einzelnen Teilen zusammengefügt und geleimt oder in Metall eingefasst. Das Material ist äußerst sorgfältig bearbeitet. In ihrem Arbeitsprozess dringt Ingrid Bayer mit Hilfe einer Tischkreissäge von der Oberfläche ausgehend immer tiefer in das Holz ein. In behutsamen, intuitiven Schritten erforscht sie das Innere des Holzstückes. Sie begibt sich in einen Dialog mit dem Holz, in eine Auseinandersetzung, die von ihr höchste Konzentration und Präzision bei der Arbeit verlangt. Es gilt die Materialeigenart, die natürliche Belastbarkeit des Holzes zu erspüren und zu respektieren. Wird dem Holz zu viel abverlangt, dann sträubt es sich, es splittert oder bricht. Ingrid Bayer geht an die Grenze der Bearbeitbarkeit, die durch die Eigenschaften der verschiedenen Hölzer und durch das eingesetzte Werkzeug gegeben sind. Manche Elemente sind fast papierdünn. Von ihren Arbeiten geht eine meditative Wirkung aus, ein Reflex auf die ruhige und konzentrierte Angespanntheit beim Arbeitsprozess. Ingrid Bayer war Meisterschülerin bei Herbert Kaufmann an der HdK in Berlin. Auch Kaufmann hat sich im Laufe seiner künstlerischen Arbeit verschiedenen Materialien zugewandt, wie z. B. festen Kartonagen, aus denen Collagen und seine bekannten "Litfaßsäulen" entstanden. |